Aktuelles (24.10.2017)

 

„Ich hasse dich, Essen steht im Kühlschrank“

Schriftsteller Wolfgang Eckert erheitert das Publikum mit ernsten Aphorismen

Am 18. Oktober 2017 stellte Schriftsteller Wolfgang Eckert sein neuestes Werk in der Stadtbibliothek Meerane vor. Unter dem Titel „Der Mensch hat zwei Augen damit er auf dem einen blinzeln kann“, hat der Meeraner 350 Aphorismen gesammelt, welche von heiter, tiefgründig bis spitz daherkommen. So war es denn für die Leiterin der Stadtbibliothek, Angelika Albrecht, klar, sich zur Begrüßung nicht nur beim zahlreich erschienenen Publikum zu bedanken, sondern allen eine lustige Lesung zu wünschen.
Diese Aussage nutzte der schlagfertige Schriftsteller und raunte den Gästen zu: „Ich bin nicht lustig, was ich heute vorhabe, ist eine Unverschämtheit!“ Und damit war er auch schon drin im Thema. 50 Aphorismen wolle er lesen, natürlich in Blöcken, mit Pausenmusik keines Geringeren als Franz Schubert. „So haben Sie die Möglichkeit des Nachdenkens“, erklärt er die Strategie dahinter, und diese Zeit wurde auch benötigt, denn jeder einzelne Aphorismus hatte es in sich.
Doch Halt! Was ist das eigentlich? Kurz gesagt ein knackig formulierter Satz mit einem überraschenden Ausgang. Und solche Sätze schwirrten an jenem Abend durch den Raum: „Wer sich aufs falsche Pferd setzt, dem nützt auch der richtige Sattel nichts.“ „In den Wind geschlagene Warnungen kommen als Sturm zurück.“ „Wer die Weisheit mit Löffeln gefressen hat, kann nicht mit Messer und Gabel umgehen.“
Oberflächlich betrachtet, klingen sie alle irgendwie amüsant, doch denkt man intensiver nach, erschließen sich die scheinbar versteckten Botschaften.
Und genau das ist das Ziel, den Empfänger für ein bestimmtes Thema zu sensibilisieren. Wie Wolfgang Eckert schelmisch zugibt, habe seine Frau auch schon Aphorismen verwendet, um ihm deutliche Botschaften zu senden. So fand er eines Tages einen Zettel auf dem Küchentisch mit folgender Botschaft: „Ich hasse dich, Essen steht im Kühlschrank!“ Warum dieser Ehe-Aphorismus notwendig wurde, ließ er nicht unterwähnt: „Es gibt nichts Egoistischeres als einen Schriftsteller, ständig ist er in seinen Werken versunken!“
Und so fesselte er mit seiner Aphorismenlesung die Besucher und gab zudem noch Hintergrundinformationen zu dieser Art des Schreibens.

Ein Dankeschön an Wolfgang Eckert für eine Lesung mit heiteren und zugleich tiefgründigen Aphorismen. Im Anschluss stand der Meeraner Schriftsteller gern für Signierwünsche der Besucher zur Verfügung.
 

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