Aktuelles (11.12.2017)

 

Gedenktafel erneuert – Erinnerung an Protest gegen DDR-Politik

Im Jahr 2009 wurden anlässlich 20 Jahre Friedliche Revolution zwei Gedenktafeln in Meerane angebracht, die an Protestaktionen Meeraner Bürger im Jahre 1988 gegen die DDR-Politik erinnern. Im April 1988 wurde „Freiheit für Andersdenkende“ an die Mauer August-Bebel-Straße gemalt bzw. gesprüht, „Wer sich nicht rührt, spürt die Fesseln nicht! Freiheit“ an die Mauer an der Achterbahn. Die Urheber der Losungen sind nicht bekannt.

Das Projekt der Gedenktafeln hatte ursprünglich der langjährige Leiter des Meeraner Heimatmuseums, Andreas Kuhn, begleitet. Die Gedenktafel an der Achterbahn, die zum zweiten Mal zerstört worden war, wurde nun vor wenigen Tagen wieder angebracht.
„Die Tafeln sollen an die mutigen Aktionen der Meeraner erinnern, als sichtbares Zeichen des Protestes 1988. Diejenigen, die diese Losungen geschrieben haben, waren sich der Gefahr sicher bewusst, sie sind ein großes Risiko eingegangen“, würdigte Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer die damaligen Aktionen.
„Freiheit für Andersdenkende“ – diese Worte stammen ursprünglich aus dem Aufsatz „Die Russische Revolution“ von Rosa Luxemburg, erklärte Professor Dr. Ungerer. Luxemburg hatte Lenins Umsturzversuch begrüßt, kritisierte aber zugleich scharf seine Strategie und warnte vor einer Diktatur der Bolschewiki. In diesem Zusammenhang formulierte sie den berühmten Satz „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden“. In Ostberlin hatte im Januar 1988 eine Gedenkdemonstration zu Ehren von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht stattgefunden. Über 100 Personen wurden damals festgenommen, die mit dem Luxemburg-Zitat demonstriert hatten.

Die Gedenktafel an der Achterbahn wurde vor einigen Tagen wieder angebracht. Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer traf sich hier mit Cornelia Sommerfeld vom Heimatmuseum, zwei Auszubildenden der Stadt im 1. Ausbildungsjahr, Vanessa Fallenbeck und Elly Glotz, sowie Mike Engelmann vom Fachbereich Meeraner Stadttechnik, der die Arbeiten zur Anbringung übernommen hatte.

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